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Roger Behrens zum Verhältnis linker Politik und Popkultur

Ein halbes Jahr später hier nun der Mitschnitt von Vortrag und Diskussion mit Roger Behrens über das Verhältnis von linker Politik und Popkultur, darüber letztlich, ob ein emanzipatorischer Anspruch tatsächlich im Rahmen von linken Kulturprojekten sich verwirklichen liesse. Die anschließende Diskussion, hat ihren heuristischen Nutzen nicht nur darin, dass eindringlich wird, dass Human League eigentlich Kommunisten und Thomas D. mithin ein Vollidiot ist, sondern er besteht ferner auch darin, dass – wider der Konstruktionen von sexyness und coolness – damit abgeschlossen werden kann, dass die vermeintlch besseren Parties von der Poplinken veranstaltet werden. Welche Rolle dabei Egotronic, Blumfeld, Shaggy und die Verschiebung von Pop Eins hin zu Pop Zwei (Diedrich Diederichsen) spielen referiert Behrens unterbrochen von Fragen, wenn man so will, betroffener Kulturschaffender, die ihre Konzeption eines emanzipatorischen Gestaltungsanspruch sich verflüssigen sehen.
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Jews did fight back

Essentially it takes a woman who serves in, is responsible for, is complicit in, you pick the words, in the deaths of at least 300 Jews – and her big secret shame is that she’s illiterate

(via digitalspy.com)

Mark Weitzman, Leiter des Simon Wiesenthal Zentrums, über die gleich doppelt inszenierte Opferrolle (vgl. jungleworld) in der Verfilmung von Schlinks Vorleser.

Hannah Brown gibt deshalb den Zynikern recht, die behaupten, dass da gelte: „no business like Shoah business“. Zumindest für dieses Jahr scheinen sie damit recht zu behalten.

Movie title: The Reader

A-list star: Kate Winslet

Star’s accent: Thick German

Most cringe-inducing moment: Cheerful montage in which the incarcerated former concentration-camp guard played by Winslet learns to read.

Take-home message: People became Nazis because they were poor and illiterate.

Movie title: Valkyrie

A-list star: Tom Cruise

Star’s accent: American

Most cringe-inducing moment: He frequently removes, cleans and reinserts his glass eye.

Take-home message: Lots of Nazis were good.

Movie title: Good

A-list star: Viggo Mortensen

Star’s accent: Wavers between German and generic European

Most cringe-inducing moment: Mortensen’s character, an SS officer, wanders around a concentration camp searching for his Jewish friend, apparently shocked by the conditions.

Take-home message: Becoming a Nazi can be just another way for an academic to get tenure.

Movie title: The Boy in the Striped Pyjamas

A-list star: David Thewlis (in Britain, he’s an A-lister)

Star’s accent: Very proper British

Most cringe-inducing moment: The child of a concentration camp commander sneaks into the camp to play with his Jewish buddy and asks, „Where’s the café?“

Take-home message: Kids will be kids

Movie title: Adam Resurrected

A-list star: Jeff Goldblum

Star’s accent: Mad-professor German

Most cringe-inducing moment: Goldblum’s character makes the head nurse (Ayelet Zurer) at his mental hospital pretend to be a dog before having sex with her.

Take-home message: Pretending to be a dog (and losing your family) can blow your mind.

Movie title: Spring 1941

A-list star: Joseph Fiennes

Star’s accent: Generic Eastern European

Most cringe-inducing moment: Fiennes’s character has sex in a stable with the Polish woman who has taken in his family.

Take-home message: The Holocaust can take the fun out of adultery.

Movie title: Defiance

A-List star: Daniel Craig

Star’s accent: Earthy Eastern European

Most-cringe inducing moment: Love scene in which Craig and his girlfriend are bathed in golden light.

Take-home message: Jews did fight back.

(via jerusalem post online)

Israel is called out on the left baseline

In meiner ganzen sportlichen Karriere bin ich niemals einem solchen Hass und einer solchen Vermischung von Sport und Politik begegnet. Diese Ereignisse haben meine Sicht von Schweden vollständig verändert, und ich habe Zweifel, ob ich jemals hierher zurückkehren will.

Andy Ram, israelischer Daviscupspieler
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Wenn Israel im Krieg als rassistischer Unterdrücker geht (dann ist der Autor in der globalisierungskritischen Bewegung)

„Wo sind die Linken in Deutschland?“ stößt Pedram Shahyar (attac) heute in der Jungen Welt verzweifelt aus. Leider und ganz offensichtlich überall dort, wo der Männermob gegen die „neue Qualität imperialer Barbarei“ protestiert, unter emanzipatorischen Vorzeichen jüdische Gemeindezentren abfackelt, Synagogen ausrußt: „Hier wird offen arabisches Leben gegenüber israelischem entwertet – das ist nichts anderes als kolonialer Rassismus. In den Migrantengemeinden Westeuropas ist dies genau wahrgenommen worden, was die enorme Mobilisierung in den vergangenen Wochen erklärt.“

Wenn nun also Israel als „Marionettenregierungen […] des Westens“ ausgegeben wird, so verwundert es nicht, dass die Geschehnisse (im Diskurs und fortfolgend als „Friedensbewegung“ bezeichnet), wider des Rassismus, ihre Legitimation erhalten: „In den migrantischen Gemeinden ist die Wut groß, und sie ist legitim angesichts des Leides in Gaza. Das Verhalten der westlichen Politiker, ihre Positionierung auf seiten Israels und ihre rassistisch konnotierten Doppelstandards haben den Unmut verstärkt und radikalisiert.“

In diesem günstigen Klima des Aufmuckens derer die sich für Unterdrückte halten, „in dieser Gemengelage“ also „hat man eine klare Stellungnahme, geschweige denn eine entschlossene Praxis der deutschen Linken vermißt.“ Wo einem angesichts dessen, was hier als emanzipatorisch ausgegeben wird, ein „Gott sei dank“ entfahren will, da vermisst der Autor das analytische und moralische Zentrum, nämlich Parteinahme für die „Seite der Unterdrückten“.
Und zu den Unterdrückten, nicht etwa den Urhebern, gehört, folgt man der Argumentation aufmerksam, auch Hamas, denn: „Es ist der Westen, der überall Militärbasen und Marionettenregierungen installiert hat. In diesen westlichen Block und in dessen imperiale Politik ist das Handeln des israelischen Staates eingebettet. Solange diese Fremdherrschaft und Dominanz nicht aufhört, wird es keinen Frieden geben.“

Für eine unfreiwillige Entschärfung der Ungeheuerlichkeiten sorgt die Junge Welt im Nachsatz: „Der Autor ist Aktivist der globalisierungskritischen Bewegung

(via Junge Welt)

Gysi A Go Go: „Frieden muss sich für Hamas auch lohnen“

Gysi und: das Pochen aufs Völkerrecht, dass 2009 ist, dass Hamas auch so ihre Fehlerchen begangen hat, dass es tote Frauen und Kinder gibt und dass sich Frieden für Hamas auch erst einmal lohnen muss.
(via youtube)

und Lafontaine:

Es gibt Schnittmengen zwischen linker Politik und islamischer Religion: Der Islam setzt auf die Gemeinschaft, damit steht er im Widerspruch zum übersteigerten Individualismus, dessen Konzeption im Westen zu scheitern droht. Der zweite Berührungspunkt ist, daß der gläubige Muslim verpflichtet ist zu teilen. Die Linke will ebenso, daß der Stärkere dem Schwächeren hilft. Zum Dritten: Im Islam spielt das Zinsverbot noch eine Rolle, wie früher auch im Christentum.

(via neues deutschland)