Für einen sauberen Kapitalismus: Mit Großfiguren und Pogromen gegen Finanzverbrechen

„Die Großfiguren symbolisierten Krieg, Klimachaos, Finanzverbrechen und Obdachlosigkeit.“ erklärt die Junge Welt, die Intentionen der Bastelarbeiten der „antikapitalistischen Demonstranten(sic!)“.
Was hier als beinahe dümmstmögliches Symbol bemüht wurde und mit Sprechchören wie „Bestraft die Plünderer“ und „Wir brauchen einen sauberen Kapitalismus“, gelangte am Abend zur Handfestigkeit. Der johlende Männermob überrennt die Sicherheitskräfte, stürmt die Eingangshalle der Royal Bank Of Scotland (bei der man es für eine gute Idee hielt, wider der irren Ankündigungen, die Fenster eben nicht zu vernageln) , zerlegt alles, was nicht im Wohnprojekt oder auf ebay noch Verwendung finden könnte (Computer und Festplatten). „Einige gelangen aufs Dach des Bankgebäudes, andere bemalen die Wände mit den Liebesbotschaften der Wut, wie „Fuck the system“ oder auch „Eat the rich“. “ Während draußen „mit Wurfgeschossen und Eisenstangen“ auf Polizisten losgegangen wird.

Und das obwohl spiegel online am Nachmittag noch titelte dass der Gipfelprotest zur Spaß-Parade geriete. Dort hatte ein Attac-Sprecher, schon resigniert ob der lahmen performance, darüber Leid geklagt, dass „diese Krise ist eben abstrakt und komplex“ sei, sich deshalb so wenige dazu hinreißen ließen tatsächlich zum „Bankensturm“ zu blasen. Dass sich dann doch noch „Verantwortliche ausmachen“ ließen beweißen sämtliche Bildserien in den bürgerlichen Medien, von denen die Glanzlichter in der Kategorie Schiffbruch aufgenommen wurden (klick).
Solidarisch zeigen sollte man sich mit denen, die den Reichtum nicht verteufeln, sondern ihn einfordern. Ob Bankiers das tun, sei dabei mal dahingestellt. Jedenfalls lacht man sich kaputt, wenn die Junge Welt schäumt:

Mitarbeiter von Kreditinstituten machten sich laut AP teilweise über den Protest lustig bzw. versuchten zu provozieren: Sie lehnten sich aus Bürofenstern und wedelten mit Zehn-Pfund-Noten. Viele ihrer Kollegen seien aber erst gar nicht zur Arbeit gekommen, weil sie Übergriffe fürchteten, andere hätten ihre Anzüge gegen Jeans und Jacke getauscht.

Ein Anzug nämlich, so ein Angestellter im ARD-Interview, würde von den Demonstranten mit Reichtum assoziiert.


10 Antworten auf “Für einen sauberen Kapitalismus: Mit Großfiguren und Pogromen gegen Finanzverbrechen”


  1. 1 schütten 02. April 2009 um 16:02 Uhr

    keine ahnung was du damit sagen willst.

    „Mit Großfiguren und Pogromen gegen Finanzverbrechen“
    wo war das pogrom?

    „mit Sprechchören wie „Bestraft die Plünderer“ und „Wir brauchen einen sauberen Kapitalismus““
    ist es ein wunder, wenn in bürgerlichen zeitungen die kritik an figuren in den mittelpunkt gestellt wird, wenn dort auch sonst immer von der gier der banker die rede ist?

    „der johlende Männermob“
    ich seh auf den bildern keinen männermob.

    „was nicht im Wohnprojekt“
    soviele leute wohnen in uk nicht in wohnprojekten.

    „oder auf ebay“
    bzgl. ebay: jetzt denken die demonstranten und -innen auch nur ans geld, na sowas!

    „noch Verwendung finden könnte“
    wie schätzt du denn die machtverhältnisse ein, das der „mob“ was für den kommunismus (?) aufheben sollte? oder was gäbe es denn an einer bank zu erhalten?

    „Jedenfalls lacht man sich kaputt, wenn die Junge Welt schäumt“
    muss ein ziemlich bitteres lachen sein, wenn du andererseits pogrom vermutest. und wo schäumt da was?

    „Solidarisch zeigen sollte man sich mit denen, die den Reichtum nicht verteufeln, sondern ihn einfordern.“
    nix dagegen, aber in „eat the rich“ heißt ja reichtum nicht das, was einzufordern wäre.

    „draußen „mit Wurfgeschossen und Eisenstangen“ auf Polizisten“
    hast du etwa nur mitleid mit den polizisten?

  2. 2 jaegerzaun 02. April 2009 um 16:31 Uhr

    „draußen „mit Wurfgeschossen und Eisenstangen“ auf Polizisten“
    hast du etwa nur mitleid mit den polizisten?

    ja

    wo war das pogrom?
    Unter einem Pogrom versteht man einegewaltsame (s.o.), auch organisierte Massenausschreitung gegen Mitglieder religiöser, nationaler, ethnischer oder andersartig definierter Minderheiten oder Gruppe einer Bevölkerung(so werden die angestellten v. kreditinstituten ja halluziniert), oft verbunden mit Plünderungen (festplatten und computer mit RBS-screensaver, feuerlegen in ubahnstationen) und Misshandlungen (mal den scheissbullen eins reinlassen) sowie Mord oder Genozid(nagut).

    nix dagegen, aber in „eat the rich“ heißt ja reichtum nicht das, was einzufordern wäre.

    da sollte doch der slogan auch als solcher gelten und anerkannt werden was damit – vorallem im kontext in szene gesetzter bankierermordungen, dem hass auf manager und vermeintliche macher der krise – gemeint ist.

    „Jedenfalls lacht man sich kaputt, wenn die Junge Welt schäumt“
    muss ein ziemlich bitteres lachen sein, wenn du andererseits pogrom vermutest. und wo schäumt da was?

    es schäumt dort, wo davon gesprochen wird, dass das wedeln mit geld nicht etwa als kluge konterkarierung wahnsinnigen protests zu verstehen ist, sondern den ehrenhaften knallköpfe damit indirekt ihren sinnlosen aufruhr legitimiert. „provozieren“ lässt sich davon nur der, der im denken fehlgeleitet ist.

    ich seh auf den bildern keinen männermob.

    nee?

    „mit Sprechchören wie „Bestraft die Plünderer“ und „Wir brauchen einen sauberen Kapitalismus““
    ist es ein wunder, wenn in bürgerlichen zeitungen die kritik an figuren in den mittelpunkt gestellt wird, wenn dort auch sonst immer von der gier der banker die rede ist?

    nein. und deswegen ist es auch nicht weniger kritikwürdig.

  3. 3 schütten 02. April 2009 um 19:24 Uhr

    „kluge konterkarierung wahnsinnigen protests“
    lol

    „deswegen ist es auch nicht weniger kritikwürdig.“
    nö, sicher nicht. aber prüf doch mal die quellenlage!

    wenn du schon überall das pogrom siehst (merkwürdigerweise nie an denen, welchen einfach die kohle für das nötigste fehlt und die krepieren und damit im kapitalismus an sich, was ich in deinem sinne fast schon unterschreiben würde, der magensaure geschmack der verharmlosung schwingt dennoch mit), dann wahrscheinlich auch überall männermobs, z.b.
    hier – http://www.20min.ch/images/content/1/8/2/18261882/4/topelement.jpg
    hier in gelb – http://media.de.indymedia.org/images/2009/04/245953.jpg
    nur hier nicht – http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-41172-4.html#backToArticle=617092
    huch!

  4. 4 Albrecht Buttolo (CDU) 03. April 2009 um 15:40 Uhr

    Wer Polizisten angreift, greift die Gesellschaft an. Ich werde es nicht mehr hinnehmen, dass von Jahr zu Jahr immer mehr Polizisten Opfer von Gewalttätern werden.

  5. 5 bastih 05. April 2009 um 14:42 Uhr

    @Albrecht Buttolo

    Einige wollen es auch nicht mehr hinnehmen Opfer von Polizeigewalt zu werden. Das gilt nicht unbedingt für die Idioten, die auch nicht davor zurückschrecken ärmere Viertel zu verwüsten, aber generell ist die Polizei keinen Deut besser. Aber ich kann auch nachvollziehen, dass dieser Beruf mehr und mehr zur Frustaufgabe geworden ist. Dennoch.

  6. 6 geschichtenerzähler 06. April 2009 um 10:08 Uhr

    Als die Kolonisation der Hawaiianischen Inseln begann, transportierten die Siedler_innen diverse Ratten in ein darauf nicht so gut vorbereitetes Ökosystem. Um zu verhindern, das bisher unentdeckte Arten einfach zu Rattenfutter werden, faste mensch den genialen Entschluss, Mungos als ordnungsbringende Gegenkraft einzuführen. Mungos sind kleine marderähnliche Tiere, die sich sehr gut darauf verstehen, verschieden andere kleine Tiere zum Zwecke des Verzehrs zu töten und die eigentlich keine natürlichen Fressfeinde haben (Auf Hawaii erst recht nicht). Und die Mungos machten ihren Job sehr gut! Schon wenige Jahre nach deren Aussetzen war die Rattenpopulation rapide gesunken. Nun mussten sich die so nützlichen Mungos nach anderen Betätigunsfeldern umsehen und stellen seit dem eine erheblich größere Gefahr für die dort „heimischen“ Kleintiere dar.

    Und wenn sie nicht gestorben sind, dann jagen sie noch heute

  7. 7 dietc 08. April 2009 um 19:18 Uhr

    lol@geschichte.
    tiere sind lieb.

  8. 8 lyzocide 21. April 2009 um 6:41 Uhr

    haltet die fressen, ihr elendes, ahnungsloses, verblödetes scheissgesindel.

  9. 9 dietc 22. April 2009 um 21:32 Uhr

    wie meinen?

  10. 10 steni 27. November 2009 um 3:26 Uhr

    =geil!@“haltet die fressen, ihr elendes, ahnungsloses, verblödetes scheissgesindel.“

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