Wenn Israel im Krieg als rassistischer Unterdrücker geht (dann ist der Autor in der globalisierungskritischen Bewegung)

„Wo sind die Linken in Deutschland?“ stößt Pedram Shahyar (attac) heute in der Jungen Welt verzweifelt aus. Leider und ganz offensichtlich überall dort, wo der Männermob gegen die „neue Qualität imperialer Barbarei“ protestiert, unter emanzipatorischen Vorzeichen jüdische Gemeindezentren abfackelt, Synagogen ausrußt: „Hier wird offen arabisches Leben gegenüber israelischem entwertet – das ist nichts anderes als kolonialer Rassismus. In den Migrantengemeinden Westeuropas ist dies genau wahrgenommen worden, was die enorme Mobilisierung in den vergangenen Wochen erklärt.“

Wenn nun also Israel als „Marionettenregierungen […] des Westens“ ausgegeben wird, so verwundert es nicht, dass die Geschehnisse (im Diskurs und fortfolgend als „Friedensbewegung“ bezeichnet), wider des Rassismus, ihre Legitimation erhalten: „In den migrantischen Gemeinden ist die Wut groß, und sie ist legitim angesichts des Leides in Gaza. Das Verhalten der westlichen Politiker, ihre Positionierung auf seiten Israels und ihre rassistisch konnotierten Doppelstandards haben den Unmut verstärkt und radikalisiert.“

In diesem günstigen Klima des Aufmuckens derer die sich für Unterdrückte halten, „in dieser Gemengelage“ also „hat man eine klare Stellungnahme, geschweige denn eine entschlossene Praxis der deutschen Linken vermißt.“ Wo einem angesichts dessen, was hier als emanzipatorisch ausgegeben wird, ein „Gott sei dank“ entfahren will, da vermisst der Autor das analytische und moralische Zentrum, nämlich Parteinahme für die „Seite der Unterdrückten“.
Und zu den Unterdrückten, nicht etwa den Urhebern, gehört, folgt man der Argumentation aufmerksam, auch Hamas, denn: „Es ist der Westen, der überall Militärbasen und Marionettenregierungen installiert hat. In diesen westlichen Block und in dessen imperiale Politik ist das Handeln des israelischen Staates eingebettet. Solange diese Fremdherrschaft und Dominanz nicht aufhört, wird es keinen Frieden geben.“

Für eine unfreiwillige Entschärfung der Ungeheuerlichkeiten sorgt die Junge Welt im Nachsatz: „Der Autor ist Aktivist der globalisierungskritischen Bewegung

(via Junge Welt)


5 Antworten auf “Wenn Israel im Krieg als rassistischer Unterdrücker geht (dann ist der Autor in der globalisierungskritischen Bewegung)”


  1. 1 bastih 03. Februar 2009 um 13:41 Uhr

    ich habe eine frage: habe mir jetzt mal einige deiner beiträge durchgelesen und frage mich, ob du auch eine eigene meinung vertrittst? das klingt jetzt erstmal provozierend, ich weiß, ist aber gar nicht so gemeint. ich frage das, weil dein blog zu 90% aus zitaten besteht, die du anderen seiten entnommen hast (und diese auch als solche gekennzeichnet hast). zwischendurch kommentierst du das ganze.

    dieses kommentieren finde ich nicht ausreichend. klingt alles so dahin gerotzt, wenn ich ehrlich bin. schreibe doch mal eigene sachen OHNE bezug auf andere medien… das liest sich hier alles sehr profillos.

    ist lediglich konstruktive kritik.

    frohes schaffen dir noch.

    bastih

  2. 2 Hybridmensch 06. Februar 2009 um 9:05 Uhr

    @bastih
    …Erstes Gebot, aus den 10.Geboten für gutes Bloggen! :d/

  3. 3 bastih 06. Februar 2009 um 12:52 Uhr

    lautet…? ;)

  4. 4 torsun 16. Februar 2009 um 17:28 Uhr

    „11.Apr.2009 21:00
    New Noize Party//Südbahnhof Chemnitz Chemnitz“

    …kommst du vorbei??

  5. 5 Chrisse 24. Februar 2009 um 1:28 Uhr

    „Was wir hier machen lebt von Zitaten, nur hält sich, trotz kleinerer Kunst, keiner von uns hier für einen Piraten“ (Dendemann in „Rechte Dritter“)

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