Archiv für Januar 2009

Wenn Israel im Krieg als rassistischer Unterdrücker geht (dann ist der Autor in der globalisierungskritischen Bewegung)

„Wo sind die Linken in Deutschland?“ stößt Pedram Shahyar (attac) heute in der Jungen Welt verzweifelt aus. Leider und ganz offensichtlich überall dort, wo der Männermob gegen die „neue Qualität imperialer Barbarei“ protestiert, unter emanzipatorischen Vorzeichen jüdische Gemeindezentren abfackelt, Synagogen ausrußt: „Hier wird offen arabisches Leben gegenüber israelischem entwertet – das ist nichts anderes als kolonialer Rassismus. In den Migrantengemeinden Westeuropas ist dies genau wahrgenommen worden, was die enorme Mobilisierung in den vergangenen Wochen erklärt.“

Wenn nun also Israel als „Marionettenregierungen […] des Westens“ ausgegeben wird, so verwundert es nicht, dass die Geschehnisse (im Diskurs und fortfolgend als „Friedensbewegung“ bezeichnet), wider des Rassismus, ihre Legitimation erhalten: „In den migrantischen Gemeinden ist die Wut groß, und sie ist legitim angesichts des Leides in Gaza. Das Verhalten der westlichen Politiker, ihre Positionierung auf seiten Israels und ihre rassistisch konnotierten Doppelstandards haben den Unmut verstärkt und radikalisiert.“

In diesem günstigen Klima des Aufmuckens derer die sich für Unterdrückte halten, „in dieser Gemengelage“ also „hat man eine klare Stellungnahme, geschweige denn eine entschlossene Praxis der deutschen Linken vermißt.“ Wo einem angesichts dessen, was hier als emanzipatorisch ausgegeben wird, ein „Gott sei dank“ entfahren will, da vermisst der Autor das analytische und moralische Zentrum, nämlich Parteinahme für die „Seite der Unterdrückten“.
Und zu den Unterdrückten, nicht etwa den Urhebern, gehört, folgt man der Argumentation aufmerksam, auch Hamas, denn: „Es ist der Westen, der überall Militärbasen und Marionettenregierungen installiert hat. In diesen westlichen Block und in dessen imperiale Politik ist das Handeln des israelischen Staates eingebettet. Solange diese Fremdherrschaft und Dominanz nicht aufhört, wird es keinen Frieden geben.“

Für eine unfreiwillige Entschärfung der Ungeheuerlichkeiten sorgt die Junge Welt im Nachsatz: „Der Autor ist Aktivist der globalisierungskritischen Bewegung

(via Junge Welt)

Gysi A Go Go: „Frieden muss sich für Hamas auch lohnen“

Gysi und: das Pochen aufs Völkerrecht, dass 2009 ist, dass Hamas auch so ihre Fehlerchen begangen hat, dass es tote Frauen und Kinder gibt und dass sich Frieden für Hamas auch erst einmal lohnen muss.
(via youtube)

und Lafontaine:

Es gibt Schnittmengen zwischen linker Politik und islamischer Religion: Der Islam setzt auf die Gemeinschaft, damit steht er im Widerspruch zum übersteigerten Individualismus, dessen Konzeption im Westen zu scheitern droht. Der zweite Berührungspunkt ist, daß der gläubige Muslim verpflichtet ist zu teilen. Die Linke will ebenso, daß der Stärkere dem Schwächeren hilft. Zum Dritten: Im Islam spielt das Zinsverbot noch eine Rolle, wie früher auch im Christentum.

(via neues deutschland)

With a taste of poison paradise …

Liebe Genossinnen und Genossen,

Schluss mit dem Krieg im Gaza!
die Friedensgruppen der Stadt Chemnitz rufen für Dienstag, den 13. Januar
2009, 16.00 Uhr zu einer Kundgebung vor das Rathaus Chemnitz mit
anschließender Demonstration auf.

Wir fordern
· Sofortigen Waffenstillstand von beiden Seiten, nicht nur der
palästinensischen Seite!

· Sofortige Aufhebung der Belagerung des Gaza-Streifens, Aufhebung des
Wirtschaftsboykotts! Ausreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln,
Treibstoff und Medikamenten
.
· Sofortiger Stopp aller Siedlungsprojekte in der Westbank!
· Freilassung aller politischen Gefangenen !

Wir bitten Euch um eine aktive Teilnahme. Nutzt die verbleibende Zeit, um
Viele von dieser Aktion zu informieren. Je mehr wir sind, um so stärker wird
der Protest wahrgenommen.

Mit solidarischen Grüßen

(mehr…)