Archiv für Juni 2008

Waldis EM-Club/ nur mit allen 80 Millionen Hooligans

Die Fußball-EM ist ein großartiges Fest. Überall sind die Fahnen aller Teams zu sehen. Das hat nichts mit Nationalismus zu tun

Stefan Muhle, Sprecher Kultusministerium Niedersachsen in der Hannoverschen Allgemeinen Online

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Dreimal kurz gelacht mit Theodor W. Adorno

New York, November oder Dezember 1938

Ich träumte: Hölderlin hieß Hölderlin, weil er immer auf einer Holunderflöte spielte.

Los Angeles, 2.April 1944

Gretel sagte mir: „Ich weiß nun, wer der neue Geliebte von Y ist. Es ist Mannesmann, der Erfinder der Mannesmann-Röhren.“

Los Angeles, 15. Februar 1943

Agathe erschien mir im Traum und sagte etwa: „Karl Kraus war doch der witzigste und geistreichste aller Schriftsteller. Das kann man erst ermessen anhand der Notizbücher, die sich in seinem Nachlaß gefunden haben und die unbeschreiblichsten Bonmots enthalten. Ich will dir ein Beispiel geben. eines Tages erhielt er von einem anonymen Verehrer einen riesigen Reisauflauf geschickt. Die gabe aber war ziemlich schlecht, die Form quoll über, die Reiskörner bildeten ein Chaos. Kraus ärgerte sich und schrieb: „Dieser Volksauflauf von einem Reisauflauf.“ Laut lachend über den vermeintlich genialen Witz aufgewacht (morgens).1

  1. aus Theodor W. Adorno: Traumprotokolle, Suhrkamp 2005 [zurück]

Der Volksverdummungsteufel ist ein spackiger Schwarzer

Wenn in Texten „Volksverdummung“ konstatiert wird, von „spakigen Schwarzen“ und „Emanzen“ die Rede ist, die sich mutmaßlich dafür verantwortlich zeichnen und darüber hinaus persistent die zur Zurschaustellung von Sexualtität im Fernsehen beklagt wird, dann werden die jeweils ekelhaftesten Dispositionen der jeweiligen AutorInnen offenbar.
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Ich schneide Arbeitslosen kostenlos die Haare

Der Mensch der Woche ist ein Guter, weil er will dass Vollbeschäftigung herrscht. (mehr…)

Bibi Blocksberg und die Hexenjagd der Milchgesichter

Bibi Blocksberg will gerade einen gesunden Liter Milch kaufen, um als gleich damit wieder bei der Mutter Barbara, die ihn nach Hause getragen getragen will, aufzuschlagen, als sie von der längst familiär gewordenen Besitzerin des sympathischen Tante-Emma-Ladens (Türenknarren und Klingeln, Essiggeruch in den Regalen) darauf hingewiesen wird, dass gegenüber schon bald ein riesenhafter und gesichtsloser „Flitzimarkt“ eröffnen würde, der ihr, weils „heutzutage die Menge macht“ (und eben nicht die Tradition und Emotion) schon jetzt gehörigste Bauchschmerzen bereitet. Und so kommt es wie es bei Parteinahme für die Kleinen, die Guten im Kapitalismus nur kommen musste: der ehrlich wirtschaftende Laden der Frau steht nach 38 Jahren Ohnehinschonscheisse vor dem Aus. (mehr…)