„Soul in Chemnitzer Autohaus“

rassigediva

Die “rassige Soul- Diva”(Bild), wie sie, unter den weißen und stieläugigen Mittelständlern und für eine us-amerikanische Kulturschaffende völlig untypisch, “überraschend zwanglos” durch das “aussergewöhnliche Ambiente” des Chemnitzer Autohauses Schloz Wöllenstein promeniert.

.

.

.

.


Redakteurinnen und Redakteure im Regionalfernsehen geben oft ein komisches Bild ab. Anders als Auszubildende in der Sparkassenfiliale, exponieren sie ihr noch unprofessionelles Medien-Ich in der Anlernphase für die Gesamtheit aller FernsehgerätebesitzerInnen im jeweiligen Ballungsraum. Nachrichtenvorträge in Mundart, interesselose Interviews und Fingerfertigkeitstraining beim Transkripieren oder Abschreiben der Polizeiberichte sollen helfen Schlüsselqualifikationen bei denen auszuprägen, die schon immer „etwas mit Medien“ machen wollten. Anders als bei dem Meister in der Backstube, der vor seinen Azubis und vor verschlossenen Türen mit der Faust auf den Tisch haut, dass das Mehl staubt, um ihn/sie tanzen bzw. funktionieren zu lassen, entblößt sich diese Privatheit im Medienberuf vor einer Kamera bis zur brutalsten Nacktheit.
Bei Sachsen-Fernsehen scheint es zwar potente Mediencoaches, die dem Nachwuchs es ermöglichen ihren Traum der Lohnarbeit in der Medienfabrik zu einer Tatsächlichkeit werden zu lasssen, nicht aber, ein Lektoriatskollegium oder eine wirksame Kontrolle (z.b Gegenlesen) dafür zu geben, was als redaktioneller Beitrag verlesen und gesendet werden darf. Doch ist zu befürchten, dass diese Mutmaßung sich – so man denn mutig genug ist nachzufragen, sie zu verifizieren – sich als falsch, derartige Schreibe sich als normal und gängig – herausstellen würde.

Soul in Chemnitzer Autohaus

Ein ungewöhnliches Konzert hat die bekannte Soul Sängerin Lutricia McNeal in Chemnitz gegeben.
Für nur wenige geladene Gäste trat sie am Mittwochabend exklusiv im Autohaus Schloz Wöllenstein auf. Bei dem Clubkonzert überzeugte die rassige US-Amerikanerin das Publikum mit ihrer einmaligen Stimme.
Nur 100 Personen hatten die Gelegenheit in diesem außergewöhnlichen Ambiente dieses Event zu erleben. Mit dem Song „Ain´t that just the way“ hatte Lutricia McNeal 1997 ihren großen Durchbruch und feiert seitdem große musikalische Erfolge. Mit einer perfekten Live Performance verzauberte Lutricia McNeal an diesem Abend das Publikum.
Nach ihrem Auftritt gab sich die Soul-Diva überraschend zwanglos und die Gäste erhielten die einmalige Möglichkeit der Sängerin etwas näher zu kommen.
1

Der Sachsenfernsehen Autor mit dem Provinzgeistfaible scheint unter derartiger kognitiver- und Erfahrungshorizontphimose zu leiden, dass er sich die von ihm beschriebene „amerikanische Diva“McNeal als „rassige“ Tanznegerin halluziniert. Zum einen schildert er die Anziehungskraft ihres Stardomäthers (noch dazu als Schwarze!), schickt aber im gleichem Atemzug (durch das Attribut) „amerikanisch“ eine Geringschätzung hinterher, die auf dem dekadenten Hochmut ihres Divendaseins gründe. Denn er erinnert sich, dass er es im Radio schon so oft gehört hat dieses Amizeug. Das war noch bevor er sich anschickte zum Hochkulturdeppen aufzusteigen. Ain‘t That Just The Way?
Lutricia McNeal aber weiß nicht, dass Leute so etwas schreiben und lässt sich ganz undivenhaft, nach dem Gig zum „zwanglosen Plausch“ (für mehr hätte es wohl für ein bloßes Rasseweib auch nicht gereicht) mit den 100 Gästen, die ihr Geld mit richtiger Arbeit verdienen und dem eifrigen Schreiberling, der – logo – auch richtige Arbeit leistet, ein. Überhaupt ist das nett von der Amitussi. Anstatt Crack zu rauchen und Handys zu ziehen, lässt sie sich im „aussergewöhnlichem Ambiente“ begaffen. Dafür mußte man früher nach Hamburg fahren. Zu Hagenbecks. In den Zoo.


2 Antworten auf “„Soul in Chemnitzer Autohaus“”


  1. 1 Chrisse 19. Dezember 2007 um 14:58 Uhr

    Hehe … zum Glück klappt bei uns das Lektorat immer so gut (vermutlich liegt das an der langen Zeit, die wir uns dafür nehmen).

  2. 2 DasDAS 19. Januar 2008 um 13:49 Uhr

    Schrecken am Rand: der Wikipedia-Eintrag zur der McNeal zählt zu den schlechtesten Artikeln, die ich dort jeh gesehen habe.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.