Archiv für November 2007

Eske Bockelmann: Über die Abschaffung des Geldes

ticktricktrackgrau

„Wer Arbeit kennt und dann nicht rennt und sich nicht drückt, der ist verrückt“

(Tick, Trick & Track zu sich selbst, als Donald ihnen eine unliebsame Arbeit aufdrücken will)

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Humor ist, wenn man als Schwuler Prügel bezieht : Medialer Witz als German Kleinigkeit

Geburtstage sind mir die verhageltsten Tage überhaupt. Gar nicht zum Trotz und gegen das jährlich heraufziehende Vollzugsszenario gerichtet, was quälgeistige Geburtstagsnörgler als zwang-, schauspiel- oder sogar Unaufrichtigkeitsbeladen attributieren würden. Bei mir liegt der Fall anders. Das gilt, wenn es sich um Geburtstage dreht, die nicht mich betreffen. Das ist und auch erst wenn die Geburtstage mir durch Glückwunschsendungen im Fernsehen gefiltert zugänglich gemacht werden – bei denen es Liebe oder Pflichtgefühl als Keim und Rührseeligkeit und Bloßstellung als Früchte hat – weniger verbindlich, weiter weg – das Ding der anderen eben. Der audiovisuell vermittelte Ehrentag ist ohnehin und durchweg in positiver Hinsicht verschieden. Das weiß ich, wenn ich mich erinnere an ein stinkendlangweiliges Kapitel meiner Biografie in der Nachwendezeit: Derartiges lief da, wie vermutlich schon immer und von mir unbemerkt, nur im Radio. Mittels Tastendruck schnitt ich sie mit und nannte es bedeutungsvoll Aufnehmen. Jeden Sonntag wollte ich aufnehmen. Erst die Charts mit Platzierungen der Vorwoche und dann die Grüße. Die spielten sich allerdings auf einem anderen Sender ab. Dieser Umstand lies mich die Fähigkeiten des „Aufnehmens“ ausprägen. Es galt nämlich Start bzw. Stop genau dann zu betätigen, wenn der Gruß sich tatsächlich anschickte, sich aus der debilen Volksmusikrahmung zu erheben. Mein Archiv wuchs schnell ins Unermessliche. Nach meinem Dafürhalten war das auch notwendig, denn durch das magnetbandstrapazierende schneller oder langsamer abspielen – denn normal hören wollte ich ja nicht und kein zweites mal – passierte es, dass ermüdete, bereits archivierte Magnetbänder rissen. Passierte soetwas musste ich „kitzen“. Das war zwar Fantasiesprache und der komplett falsche Ausdruck für den auch für Kinder durchaus zumutbaren Arbeitsschritt des das Band mit Tesa wieder zusammenfügen, aber hinreichend konstitutiv für meine einsame Stimmenarchivkultur. Mit irgendwas wurde dann alles beendet und ich verschwendete keinen Gedanken mehr an die spassigen Stimmen der sächselnden Gratulanten.
2000 oder was stieß ich dann auf „Alles Gute“, die Umsetzung des Formats für die beliebtere Plattform Fernsehen. Für die „Comedians“ und manchmal sogar als Medienkritiker angesehenen Mehrheitsdeutschen-Opinionleader wie Kalkofe, Pocher/Barth und allen voran Stefan Raab, die für ihr als Humor ausgegebenes bashing wie auch immer gearteter Andersartigkeit (Schwule, als Intellektuelle entlarvte, Hartz4- EmpfängerInnen, Frauen und LeserInnen der „Blöd“(sic!)-zeitung) ab den 1990ern für ihre Verdienste reich behangen worden waren, rückte „Alles Gute“ als Sendung mit unzeitgemäßer („Zone-“) Studioausstattung und anachronistisch grafischen Aufbereitung der Einspieler schnell in den Fokus ihrer ekelhaft reaktionären Häme. Für die Raabjünger (leider alle) wurde klar: „Alles Gute ist einfach nur Kult“. Den „Kritikern“, Spassvögeln und ihrem schwanzwedenldem Gefolge entgeht im Lauern auf den nächsten Ausrutscher vom tuntigen Spruch bis hin zum Busenblitzer des zum B-Promi(sic!) erkorenen Opfers, bis heute das Wesentliche. Dass es „Wissenschaftliche Reportagen“ gelang Auschwitz zur German Kleinigkeit werden zu lassen und dass Phoenix, und Peter Sloterdijk im philosophischen Quartett das Geschehen vom 11.September in eine „richtigere Perspektive“ rücken lassen zum Beispiel. Stattdessen gieren sie weiter danach, dass altersschwachen PensionärInnen vor laufender VHS-Kamera die Hose rutscht oder den GratulantInnen der hausgemachte Schüttelreim schlecht wird.
Ist es tatsächlich lustig, wenn jenen, denen der bürgerliche Trost noch zugesprochen wird, weil sie einen Job und Pro7 auf der Sieben haben, an den unwirtlichsten Plätzen in ätzendster Mundart ihre Grüße auf die Reise zu den ins Heim Verfrachteten schicken? Oder entdecke ich gegenteilig, eine sozialromantisch verklärte Anteilnahme und damit verknüpft den Hass auf die mit dem Drecksauhumor?
Emanzipatorischer Humor befördert sich immer da zu Tage, wo die bürgerliche Grunderfahrungen des Subjekts sich schlecht kompatibel zeigen. Parallel dazu scheint es jedoch eine andere Spielart der Humorkultur zu geben, welche Roger Behrens in ihrem Wesen implizit als eine Entschädigung für Auschwitz betrachtet. Statt das Andersartige auszulöschen belässt es die Stunksitzung allein und eben als Rehabilitierung beim Verlachen von öffentlichen Personen wie Karl Dall, Daniel Küblböck oder Verona Feldbusch. Auch in „Alles Gute“ gebärdet sich dieser bürgerliche Humor, drückt er sich doch allein qua zweifelhafter Kategorien, wie etwa der vorteilhafteren Gesundheitsprognose, weniger fortgeschrittenen Alters oder besserer ökonomischen und sozialen Chancen in einem vergnüglichen der Alten-rutscht-auf-dem-Bild-die-Hose-mir-aber-nicht-Überlegenheitsgefühl aus, dann wenn die Moderatorin dazu auffordert, das abgefingerte Polaroid Motiv „Wildgatter Deutschneudorf 1992“ oder „Zuhause ist´s am Schönsten“ (das im Vorfeld eingeschickt wurde) großzuziehen um die Lesbarkeit des Namen und die Wiedererkennung zu steigern.
Humor im Kapitalismus – und das ist ein alter kulturpessimistischer Hut – in Inhalt und Form massenhaft konsumierbares Event. Er mimt betrügerischen Ausgleich zur eigentlich lachhaften (weil zu überwindenden), ganz und gar nicht humorigen, bürgerlichen Berufsbeschäftigung in den Disziplinaranstalten. Betrügerisch deshalb, weil sich mit dem im Eventcharakter im Menschen eine Phantasmaorgie vollziehen lässt, mit dem Ziel sich zerstreuen zu lassen (W.Benjamin). Anstatt subversiv über sich selbst und die Verhältnisse zu lachen, damit die Rolle des Apologeten des extrem unlustigen Kapitalismus abzulegen, lässt man sich auf einen Humor ein, der als kulturindustriell verordnetes Diktat dem Menschen eine vergnügliche Wirklichkeit vorgaukelt, in der sich durch Schadenfreude und Wissen um das unausgewogene Konkurrenzverhältnis, aufgeschwungen werden darf, hämisch über die Vorteilsnahme gegenüber der Andersartigkeit der Loser abzulachen (R. Behrens).
BeobachterInnen von der Castingshow DSDS dürfte nicht das männlich triumphierende Gejohle der kulturell Stärkeren entgangen sein, als Medien kolportierten, dass ein ehemaliger Teilnehmer nach einer Geschlechtsumwandlung, nun angibt sich als endlich als Frau und wohler zu fühlen. Wie gut, dass wir keine Frauen sind, weil wir Männer sind, schallte das diskriminierende Gelächter aus der Mittagspause. Sowohl die „Comedy“-Macher – denn Frauen taugen allein in der gegenpoligen Rolle als Opfer (etwa eines überraschenden hysterischen Lachanfalls im ZDF Fernsehgarten oder als Tür- und Geldkofferöffnerinnen) – als auch der Großteil der RezipientInnen sind so dumm, dass es kracht. Der emanzipatorische Gehalt, der einem Witz in seiner Funktion in der Überwindung einstiger Hochkultur zugesprochen werden konnte, erfährt durch die Spaßvögel seine bittere Genese ins Gegenteil.
Da gluckt er nun, der olle Opa Karly in der zentralgeheizten Bude. Von seinem Angehörigen unfreiwillig immerhin in Unterhemd dafür ohne Rote-Augen-Blitz abgeschossen. Hinter ihm traurig ein Geschenk des Sohnes und Gratulanten: ein Massageigel in gelb. Er soll „noch recht viel Freude im gemeinsamen Garten haben“, liest Petra Kusch Lück würdevoll die Grusskarte zuende.

tuchfühlung ist Faust Zwei: Die Karriere macht nie Pause

tuchfuehlung„Endlich hältst Du das neue Campus-Magazin der TU- Chemnitz in der Hand.“

Es heißt tuchfühlung und fügt sich in seiner aufgeräumten Hochglanzästehtik und in seinem gängigen A4-Format in die Masse der Magazine ein, wie sie etwa in Bahnhofsbuchhandlungen angeboten werden. tuchfühlung evoziert studentische Empfindsamkeit und kuscheligen Konsens. Nette Bildchen, bekannte Motive. Aufgenommen mit Kunstlicht- draußen und Warmlichtfilter für Innen. Das macht sie zu etwas Besonderem, weiß man. Die Bilder zeigen grobkörnige Closeups auf beliebte Basketballschuhe aus Stoff, den WG-Abwasch, Ordner und Stifte, auch mal den Rektor und – natürlich – rauchende Köpfe.

Für jedes Heft wird redaktionell ein Leitthema ausgegeben. Darauf haben sich die AutorInnen verständigt. Für die erste Ausgabe hat man „Winterschlaf“ und für die zweite irgendetwas mit Jagd für frucht- und verwertbar gehalten. Ja, denn dazu könne jeder etwas schreiben. Konkret und inhaltlich geht es dabei z.B. um die quälende Parkplatzjagd, oder die Jagd auf die perfekte Strandfigur (for da feel_male students). Den politischen Blockbuster mimt ein wilder Artikel über eine unfreiwillig öffentlich gewordene Beschwerde einer Studentin über ihre rückwärtsgerichtete Politikprofessorin. Die Themen sind eben so bunt wie das Leben selbst, würden die engagierten AutorInnen wohl zu Protokoll geben, wenn sie nur dazu befragt würden. Doch sie werden nicht befragt und das bestenfalls aus begründetem Prinzip. Nur einmal und da – unter der Annahme des schlechteren Falls – aus Pflichterfüllung und eigentlicher Interesselosigkeit der Fragenden nämlich – durfte die Chefredakteurin ihr Nichts an Inhalt zum Transport, wohl in dem Wissen, dass eine Antwort den gleich doppelten Betrug mit sich bringen würde, 2 Wochen später auf halbseite Fremdpapier sehen.

Wie Brösel, Neon und Grönemeyer greifen die AutorInnen auf bekannte Motive zurück. Reproduzieren mit Recherche und Aufbereitung Immergleiches und erdreisten sich umnachtet qua ihrer Akzeptanz im eigenen Netzwerk das Ergebnis als wahrhaftigen, kreativen und interessanten Output auszugeben. Wie verhalte ich mich in der Mensa regelkonform? Wie nutze ich eine Essenmarke ihrer Bestimmung nach? Wo kann ich nach Ladenschluss das Survivalpackage bestehend aus Sterni und Gaulloises Rot(oder Blau) beziehen? Auf den Seiten danach erfährt man, wie sich das alles finanzieren lässt. Ein studentischer Lebensentwurf – durchdekliniert von hinten bis hinten. Für das Aufkochen und –tischen einer idealtypischen vita von Studierenden, darf ein gähnend langweiliger Erfahrungsbericht des obligatorischen Auslandsaufenthalts einer weißen Europäerin nach dem Abitur nicht fehlen. Die kleine Prinzessin studiert jetzt in Australien. Erfahrungen sammeln. Referenzen ausbilden für die Bewerbung nach dem Master! Genau so wie es sich auch in der Sparkassenillustrierten offenbart: Fotos von einem freakigen Aboriginal und der unbeschreiblichen Weite des Outbacks. Achso und über gooaustralia.com kann man sich vorher informieren (Stichwort: Andere Länder, andere Sitten) und das mit dem Auslandsbafög ist durchaus auch eine Option.

tuchfühlung scheut sich (leider) nicht klassische Feuilltonsujets wie Klimawandel, Privatisierung und Atomausstieg anzupacken. Bei ihrer Aufbereitung diffundiert dabei manchmal Seminar- und Recherchewissen 1zu1 nach außen. Das sieht nach Plackerei aus. Dass „die schwere Kost“ dabei „gut im Magen liegt“, ist dem geschuldet, dass sich keiner der AutorInnen eine Form des Agierens außerhalb institutioneller Ebenen vorstellen kann, weil es sich eo ipso dem Bereich des individuell Erfahrbaren immer verschlossen hat. Stattdessen wird zu einem irgendwie geartetem Aktionismus aufgerufen und Ratgeschlagen: „Du bestimmst den Verlauf!“

Erste Kontakte zu Industriepartner sind bereits geknüpft. Applaudiert ein Autor im zweiten Heft, der unter Vermischtes eine zunächst lahmarschig erscheinende Diplomarbeit eines Kommilitonen vorstellt, so als wäre es gerade wünschenswert. PiepPiepPiep kennt er, wie er weiterschreibt, von seinem privaten PKW. Im Usabiltiy-Lab gelang es dem Diplomanden neue Pieptöne für neue Autos zu entwickeln. So kündigt ein Bremsgeräusch ein Stauende an, und die Aufforderung zum Anschnallen ahmt das Herausziehen und Einklicken des Gurtes nach bzw. gibt in einem vorstellbaren Szenario (Franchisekonzept) das Signal für das erfolgreiche Einschlagen eines Projektils im Kopf eines afrikanischen Flüchtlings zurück an den schießenden Festungsverteidiger.

So lässt sich tuchfühlung selbst auch als Usability-Lab – als ungezwungenes Ausprobieren verstehen. Denn schließlich sind alle Akteure bemüht. Vordergründig geht es sicher um den Spaß an der studentischen Freude. Einzelfallabhängig aber mehr oder weniger manifest um das Herausputzen der individuellen Vita. Schon mal was gemacht früher mit Medien!

Im Kulturteil beider hier vorliegender Ausgaben wird (sich) die „Szene“ vorgestellt aber „unter die Lupe nehmen“ genannt. Dabei werden die LeserInnen mit exotischer Andersartigkeit angefixt. Das Voxxx heißt jetzt Weltecho. Zwischendrin hieß es aber mal Kapital, wegen Karl Marx dem Philosophen und wer Hochkultur – aber nicht Oper will – kann ja mal die Kunstsammlungen besuchen. Die haben unter Frau Mössinger mächtig credibility eingesackt – sogar im Westen. Verschiedenste Bilder vermitteln dort interessenloses Wohlgefallen. „Oder wie wär´s mal wieder mit Theater?“

Am Heftende gibt es einen Comic. Der in der ersten Ausgabe erinnert beim flüchtigen Blick zunächst stark an diese unsäglichen Drecksdinger in der Zeitschrift „unicum“, bei der sich ein fetter, phänotypisch äußerst schlechtgezeichter Autor selbst zum Protagonisten werden lässt und auf Drei- Bild- Serien den Ü-30-Studentennerd raushängen lässt. Die Pointe ist dabei immer gewollt und geht folgerichtig schön ins gesellschaftliche Vorher bzw. ins sanitäre Unten. Die vorliegenden, sind wie vieles in tuchfühlung handwerklich(!) – zeichnerisch nämlich – gut gemacht, was per se ja nichts heißt und wenn es tatsächlich etwas heißen muss dann nur Schlechtes. Aber zugegeben: Sprechblasen mit dem Inhalt „Das sind sie – als Kartoffel“ sind freilich humorig und bestenfalls sogar vom Autor so intendiert. Die tuchfühlungsmacherInnen sind überzeugt, dass sie wissen was schreiben, denn sie haben aufgepasst- was mitgenommen.

Das ist bei mir schon früh losgegangen, weißt du? In der Schule zum Beispiel. Sprache hat mich schon immer fasziniert!

Leistungskurs. Faust Zwei. Aber auch Faust Eins. Auftritte mit der Theater-AG Frau Haases und in der Oberstufe dann zwei Jahre mit Frau Henniger an Schulen, die ausschließlich von Kindern aus ressourcenärmeren Familien besucht werden. Den Dialog suchen – sich Einmischen früher wie heute im germanistischen; zuhören im volkswirtschaftlichen Seminar.

Einzug in die Jugendzimmer der Emsigen müssen Zeitschriften wie Jetzt (als die Jugendbeilage der Sueddeutschen) früher und aktuell wohl Neon und Visions, die schon Anfang der neunziger nie müde wurde LeserInnen mit Plattenempflehungen in Speisekarten- bzw. großmütterlicher Rezeptform zu quälen, gefunden haben. Dass diese Schreibtechnik auch bis heute tradiert ist, beweißt ein einführender Artikel in das Ressort Politik:

„Unser Menü beginnt mit Kommentaren […], als Hauptgericht reichen wir Artikel zu großen Themen , die sowohl globaler als auch regionaler Küche entstammen könnten. Als Nachtisch servieren wir Analysen und Glossen, […] aus studentischem Blickwinkel.“

Dass dieser studentische Blinkwinkel natürlich affirmativ ist, wird mit dem vom Autor des Rezeptes wohl planmäßig als ejakuliertes I-Tüpfelchen Schlusssätzen bewiesen:

„Diese ist so zusammengestellt, dass auch schwere Kost gut im Magen liegt, denn alles ist in hohem Masse an der Kundschaft orientiert und kann sich auf Wünsche der Gäste einstellen“

Denkste Spacko, ich muss kotzen!

Der Duktus von tuchfühlung ist so ätzend jugendlich wie er sein muss. In Inhalt und Form nah dran am Verwertungszweck. Glatt und banal. Mundgerecht für den Mustersatz der Stadtmagazine, anschlussfähig für Werbetext und Quereinstieg. Tuchfühlung ist das Ding von AusprobiererInnen, Ziel- /ZweckhaberInnen und ambitionierten KarrieristInnen („Ab geht die Post!“). LeserInnen von tuchfühlung wird zu jeder Zeit ins Gedächtnis gerufen, dass es der (publizierden) Studentschaft vielmehr um „Möglichkeiten des Austausches, Meinungsbekundung und Identifikation“ also um Beliebigkeit, absoluten Langweilerkram und den Selffullfilling-Schulterschluss mit der eigenen Stadt geht, als um Augenzwinkerndes, Kritisches, wenigstens doch um halb so altbackenes Abarbeiten von „Problemen“ der Zeit, die sie versuchen mit ihren Artikel zu ihrer Zeit zu machen. Das gelingt in der Einswerdung mit den eigenen studentischen Klischees und dem anhäufen von Kitsch bei gleichzeitiger Entzweiung mit der Wahrheit und der – hier einmalig positiv besetzten – persönlichen Jugend.

„Mein Style ist lässig und leicht sportlich, Levis Jeans, Pumajacke, Shirt und Cap und obwohl meine newbalance schuhe ewig alt sind […] trage ich sie […] die neuen adidas sneaker designed by Porsche sind dennoch der nächste Pflichtkauf“

Darf sich ein Student letztlich und auf die Frage nach seinem Style im Heft übergeben.